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March 18 .„Ich Liebe die See!“ Wie oft schon hat man dieses Bekenntnis gehört. Liebe alte Damen auf der Uferpromanade, magenleidende Geschäftsläute an Bord der „Queen Mary“, blasse Büroangestellte, die des Sonntags die Kaianlage heimsuchen, sonnenverbrannte Bauern aus staubigem Binnenland – sie alle hegen eine Liebe für die See, einfach und voller Tiefe. Der Berufsseemann dagegen hat ein weit komplizierteres Verhältnis zu seinem Element. Er fühlt sich berufen, zur See zu fahren. Er ringt ihr seinen Lebensunterhalt ab, erforscht ihre Oberflächen und ihre Tiefen, wobei er sich Tag und Nacht ihrer Gewalt bewusst ist. Er ist wie ein Löwenbändiger, der eine Kraft kontrolliert, die größer ist als seine eigene, und der weiß, dass ständige Aufmerksamkeit der einzige Schutz ist. Doch auch ihn nimmt die See gefangen. Wenn er sich als alter Mann gezwungen sieht, an Land zu bleiben, wird ihm diese Lebensweise keinerlei Ersatz für die ständige Herausforderung der See bieten können. ....................................................................................................................................
Ist das heiß hier! Wenn Frauen und wenn Männer in die Sauna gehen, gibt's ganz schön was zu sehen.
.................................................................................................................................... Was ist ein Seemann?
Unter den vielen sorglosen Menschen dieser Erde findet man eine faszinierende Gruppe, die Seemänner. Man findet sie überall: bei Küstenstationen, auf Schiffen, in Bars, in Liebe und in Schulden. Mädchen lieben sie, Städte dulden sie, die Regierung bezahlt sie. Ein Seemann ist eine personifizierte Bequemlichkeit, mir einen Lassiter in der Tasche, einem Sinnbild der Tapferkeit auf den tätowierten Armen, ein Beschützer der sieben Meere, den nächsten Landgang im Kopf. Er hat die Energie einer Schildkröte, die Schlauheit eines Fuchses, die Aufrichtigkeit eines Lügners und die Begeisterung eines Casanovas. Wenn er etwas will, hat es gewöhnlich mit Landgang oder einer Urlaubs -bescheinigung zu tun. Eine seiner Neigungen sind: Mädchen, Damen, Frauen und das andere Geschlecht. Abneigungen hat er gegen das Schreiben von Briefen, das Tragen von Uniform, höhere Offiziere, das Essen und am meisten gegen das Aufstehen. Niemand sonst kann in seinen Hosentaschen soviel unterbringen wie er: Ein Brief von Zuhause, ein Notizbuch, eine zerdrückte Zigarettenschachtel, ein Foto seines Mädchen, einen Kamm, einen Schlüsselbund, einen Flaschenöffner und ein Portemonnaie mit dem Rest seines Monatgehaltes. Er gibt 90 % seines Geldes für Schnaps und Mädchen aus, den Rest verschleudert er sinnlos. Ein Seemann ist ein magisches Wesen, das du aus dem Haus werfen kannst, aber nicht aus deinem Gedächtnis. Versuch nicht ihn zu verstehen. Er ist nur Dein lang verschollener Liebling, der weit weg ist von Zuhause. Er ist auch Dein Sorgenkind mit rot umwandelten Augen vom letzten Abend an Bord. Aber all Deine kaputten Träume fallen Dir wieder ein, wenn plötzlich die Tür aufgeht, ein Sack mit schmutziger Wäsche hineinfliegt und er ruft:
„Liebling, ich bin wieder zu Hause!“..................................................................................................................................... „- die Aura eines Kapitäns – jener fast sichbare Mantel der Verantwortlichkeit, der ihn umgibt, Ohne Ansehen seines Charakters und seiner Eigenarten. Diese Last muß er tragen, diesen Preis muß er zahlen, ohne zu feilschen und zu handeln. Die See kümmert sich nicht um Aufrichtigkeit oder Falschheit; zwischen Anständikeit und Bosheit macht sie keinen Unterschied und weder von der einen noch von der anderen lässt sie sich beeinflussen. Der Kapitän, sei er Heiliger oder Sünder, muß der See den unumgänglichen Einstand in der einzigen von ihr gewürdigten Währung Zahlen – mit Pflichtgefühl, Wachsamkeit, Geschick und Ausdauer.“ |
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